Viktor Mrnustik

Schlosser. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1902    † 1943

 

Herkunft, Beruf, KPÖ

Viktor Mrnustik wurde am 21.10.1902 in Wien geboren. Er war Schlosser und Dreher. 1930 trat er der KPÖ bei. Nach 1938 wurde er ins Altreich als Arbeiter auf der Reichsautobahn dienstverpflichtet. Schließlich fand er nach Wien zurück gekehrt als Maschinenwärter in der Firma Bertrix Beschäftigung.

Gründer einer kommunistischen Zelle

Viktor Mrnustik gründete eine kommunistische Zelle in der Firma Ak[k]u Akkumulatorenfabriks-A.G., in Wien-Liesing.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 11. 7. 1941wurde Viktor Mrnustik verhaftet und am 1. 10. 1942 gemeinsam mit Anton Dobiáš, Franz Stampfl, Josef Jurdak, Josef Meslinger und Alois Picher (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.1.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„(…) Mrnustik erklärte im Frühjahr 1940 seinem Freund Molcek gegenüber seinen Beitritt zur illegalen KPÖ und zahlte fortan einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 1. – RM. Er gründete alsbald im Betrieb der Batterienfabrik Bertrix mit seinen Arbeitskameraden Pradl und Fray eine kommunistische Zelle, der sich etwa Weihnachten 1940 sein persönlicher Bekannter Schlick und ein gewisser Kapinus anschlossen. Als er im März 1941 seinen Arbeitsplatz wechselte, errichtete er auch bei seiner neuen Arbeitgeberin, der Ak[k]u-Fabrik, eine Zelle, der die früheren Mitglieder seiner Zelle, außer Pradl, und ein gewisser Filzmeier angehörten.“

Denkmal

Sein Name steht auf dem 1954 von der KPÖ gestifteten Denkmal am Atzgersdorfer Friedhof (Wien 23, Reklewskigasse 25; 4-10).

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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